Therapie
Aktive Therapien als Kern der Behandlungöffnen/schließen
Die einzelnen Therapien bilden den Kern der Behandlung der Patienten in der Klinik. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf aktiven Therapien, um die persönliche Leistungsfähigkeit des Patienten langfristig zu steigern. Die aktiven Therapien geben dabei Hilfestellungen und Anregungen, damit die Patienten auch nach der Beendigung der Rehabilitation aktiv bleiben. Denn nur die Fortführung der aktiven Therapie sichert auch langfristig den Erfolg einer Rehabilitationsmaßnahme.
Neben der aktiven Therapie bilden Seminare, Vorträge und praktische Schulungen einen weiteren Teil des individuellen Therapieplans. Der Patient soll sich mit seiner Erkrankung auseinandersetzen, diese verstehen und lernen, seinen zukünftigen Lebensstil auch an die Erfordernisse der Erkrankung anzupassen und zu ändern.
Unterstützung für die unterschiedlichen Lebensbelange – wie z. B. die Wiedereingliederung in Beruf und Gesellschaft mit dem Ziel der größtmöglichen Teilhabe geben die Beratungen und Schulungen der Sozialarbeiter, Berufs- und Rehaberater, der Ergotherapeuten und nicht zuletzt die Hilfestellungen der Psychologen.
Den klassischen Wohlfühltherapien (passive Anwendungen), wie z. B. Massagen und medizinischen Bädern, wird ein eher untergeordneter Charakter zugesprochen, zumal diese auch später begleitend ambulant durchgeführt werden können.
Therapeutische Einrichtungenöffnen/schließen
- 16 zentrale monitor- und blutdrucküberwachte Übungsergometrieplätze, mit 13 Fahrradergometern, einem Ergometer für adipöse Patienten bis 250 Kilogramm, sowie zwei Laufbändern
- großes Therapie- und Schwimmbad mit angeschlossener Saunaanlage
- große Sport- und Bewegungshalle
- mehrere kleine Gymnastikräume
- Kraftsportraum mit entsprechenden Geräten
- Physikalische Abteilung mit Tiefenwärmebehandlung, Massageplätzen, Elektrotherapiegeräten, Einzelinhalation, medizinischen Badewannen, Zellenbädern
- Krankengymnastische Behandlungsräume
- Beschäftigungs- und Ergotherapie
- Kunsttherapie
Physikalische Therapieöffnen/schließen
Krankengymnastik:
- Bewegungstherapie
- Gruppengymnastik nach Leistungsvermögen
- Wirbelsäulengymnastik/Rückenschule
- Spezielle Einzelkrankengymnastik
- Atemgymnastik
- Gruppen- und Einzelgymnastik im Wasser
- Überwachtes Gerätetraining
- Spezielles Gefäßtraining mit Gehstreckentest
- Beckenbodengymnastik
Sporttherapie:
- Monitorüberwachte Trainingstherapie
- Koronarsportgruppen im Gelände
- Allgemeine Sport- und Spielgruppen
- Fahrradgruppen
- Wanderungen unter Anleitung eines Sportlehrers
- Sport- und Spielgruppen im Wasser
- Individuelles Krafttraining, Muskelaufbau
- Aerobes Ausdauertraining
Hydro-, Elektrotherapie und Inhalation:
- Wechselarm- und Wechselfußbäder
- Teil- und Vollbäder mit Zusätzen
- Zwei- und Vierzellenbäder
- Selektive Reizströme, Mittelfrequenz- und Hochvoltbehandlung
- Galvanisation, Iontophorese
- TENS
- Reizstrom, Ultrareizstrom
- Mikrowelle, Ultraschall, Wärmebehandlung
- Nasen- und Racheninhalation
Massage:
- Teil- und Großmassagen
- Bindegewebsmassagen
- Periostmassagen
- Fußreflexzonenmassage
- Manuelle Lymphdrainage
- Kolonmassage
Psychologieöffnen/schließen
Psychosoziales Angebot
- Psychologische Einzelberatung
- Gesprächsgruppen zur Krankheitsbewältigung (themenbezogen), Lebensstiländerung, Stressbewältigung sowie zum gesundheitsbewussten Umgang mit Risikofaktoren
- Psychologische Beratung mit Angehörigen
Entspannungsverfahren
- Autogenes Training nach Schultz
- Progressive Muskelentspanung nach Jacobsen
- Respiratorischen Biofeedback
- Kunsttherapie
- Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit
Nichtrauchertraining
- In Gruppen oder in Einzeltherapie
Informationsveranstaltungen
- Stress
- Schlafstörungen
- Alltagsdrogen
Sozialdienstöffnen/schließen

- Beratung zur sozialen und beruflichen Rehabilitation
- Beratung zu sozialen und rechtlichen Problemen
- Zusammenarbeit mit Reha-Beratern der Deutschen Rentenversicherungen
- Kontakt zu Selbsthilfegruppen
- Organisation der häuslichen Ernährung
- Organisation der häuslichen Versorgung mit Stomaversorgung, Prothesen, Perücken
- Hilfe bei der Beantragung von Schwerbeschädigtenausweisen
- Hilfe zur Organisation der häuslichen Betreuung, Hauswirtschaftshilfe, etc.
Ergotherapie und Freizeitwerkstattöffnen/schließen
Der Deutsche Verband der Ergotherapeuten definiert Ergotherapie als Unterstützung und Begleitung von Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt oder davon bedroht sind. Demnach ist es Ziel der Ergotherapie, die Selbstständigkeit von Menschen in besonderem Umfang zu fördern und dabei alltagsrelevante Aktivitäten in die Behandlung zu integrieren.
Entsprechend beschäftigt sich unsere Ergotherapeutin mit den individuellen Beeinträchtigungen der Patienten im Alltagsleben oder im Beruf und versucht, gemeinsam mit Patienten, Angehörogen, Arbeitgebern oder andern Bezugspersonen bestmögliche Voraussetzungen für die Eigenständigkeit der Betroffenen zu schaffen.
Dabei wird die Ergotherapie der Klinik durch die vielfältigen Angebote der Freizeitwerkstatt und Kunsttherapie unterstützt, wo sinnvolle Tätigkeiten, wie z. B. Körbe felchten, Seidenmalerei oder Tonarbeiten dazu beitragen, vorhandene Fähigkeiten zu fördern oder wieder neu zu erlernen.
Diät- und Ernährungsberatungöffnen/schließen
Entsprechend der Erkrankung des Patienten, seines Körpergewichts, der Laborwerte und seiner Grund-erkrankung erfolgt die Zuordnung der notwendigen Diäten. Soätestens am Tag nach der Aufnahme erhält der Patient eine entsprechende Einweisung in seine Kostform durch die Diätassistentin. Tumorpatienten und gastroenterologische Patienten mit speziellen Ernährungsproblemen erhalten eine individuelle Therapie. Die Zubereitung der Diäten erfolgt durch eine leistungsstarke Küche unter Überwachung einer Diplom-Ökotrophologin und einer Diätassistentin nach modernen ernährungsphysiologischen Grundsätzen.
Folgende Kostformen werden angeboten:
- Vollwertige Mischkost
- Leichte Vollkost
- Vegetarische Kost
- Energiereduzierte Mischkost
- Kost bei Fettstoffwechselstörungen
- Eiweiß- und elektrolytdefinierte Kost
- Spezielle Kostformen (lactosefrei, glutenfrei u.ä.)
Zur Ernährungs- und Diätberatung werden neben den Vorträgen zur gesunden Ernährung Seminare zur Gewichtsreduktion für Diabetiker mit erhöhten Blutfetten durchgeführt. Gezielte Einzelberatungen und die Möglichkeit, in der Lehrküche unter Anleitung zu kochen, ergänzen das Angebot.
Vorträge und Seminareöffnen/schließen
Täglich finden spezielle Vorträge und Seminare statt, die den Patienten in die Lage versetzen sollen, seine Erkrankung besser zu verstehen, sie zu akzeptieren und zu lernen, mit der Erkrankung umzugehen. Es werden Anreize gegeben, Risikofaktoren zu erkennen und zu minimieren. Die Themenbereiche:
- Fettstoffwechselstörungen
- Bluthochdruck
- Nikotinabusus
- Zuckererkrankung (Diabetes)
- Vermeidung von Risikofaktoren
- Thromboseprophylaxe
- Übergewicht (Adipositas)
- INR-Selbstbestimmung
- Stressbewältigung
- Bewegungstherapie
- Krebsvorsorge und –prophylaxe
- Verdauung und Verdauungsorgane
Vertiefend wird dieses Programm durch thematische Abendvorträge ergänzt. Da diese Vorträge zeitlich nicht begrenzt sind, haben die Patienten hier viel Zeit zur Diskussion des Themas mit dem Referenten. Einige Themen aus unserem Abendprogramm:
- Diabetes mellitus
- Herzrhythmusstörungen
- Darmkrebsvorsorge
In kleineren Gruppen bieten wir Schulungen und Seminare zu folgender Thematik an:
- Herzklappenerkrankungen (Leben mit der neuen Herzklappe)
- Strukturierte Herzinsuffizienzschulung durch qualifiziertes Schulungspersonal
- Verhalten bei Lymphödem
- Leben mit künstlichem Darmausgang
- Herzerkrankung und Leistungsfähigkeit
- Versorgung mit Brustprothesen
- Inkontinenzbewältigung
- Herz und Sexualität
- Ernährung bei Tumorerkrankungen
- Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa (3 Module)
- Chronische Lebererkrankungen (2 Module)
- Chronische Pankreatitis (2 Module)
- Z. n. viszeralchirurgischen Operationen (2 Module)
Theoretische und praktische Schulungenöffnen/schließen
Die angebotenen Schulungen bringen dem Patienten mehr Verständnis für seine Erkrankung und machen ihn zum Manager seiner Erkrankung. Er versteht besser, wie er auf bestimmte Symptome zu reagieren hat. Dadurch wird ihm ein Großteil der krankheitsbedingten Angst- und Unsicherheitsgefühle genommen. Durch gesteigerte Mobilität können wir die Lebensqualität der Patienten extrem steigern. In bestimmte Schulungen beziehen wir bewusst Angehörige mit ein.
- INR-Selbstbestimmung nach Richtlinien der Arbeitsgemeinschaft Selbstkontrolle der Antikoagulation (ASA) mit theoretischer und praktischer Einweisung sowie Erstellung eines Schulungszertifikats (7 Stunden)
- Schulungen für Patienten mit Antikoagulation ohne Selbstbestimmung (4 Stunden)
- Stomaschulung in Zusammenarbeit mit der Deutschen ILCO
- Lymphödemprophylaxe
- Diabetikerschulung nach Richtlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft für insulinpflichtige Diabetiker mit Vermittlung von theoretischen Grundlagen durch Arzt, Diabetesschwester und Diätassistentin, sowie praktische Einweisung in die Blutzuckerselbstbestimung (8 Stunden)
- Wiederbelebung bei Herzstillstand: Reanimationskurs für Patienten und deren Angehörige
- Hypertonie-(Blutdruck-) Schulung
Wundversorgungöffnen/schließen
Um die fachgerechte Wundversorgung noch nicht verheilter oder schlecht heilender Operationswunden kümmern sich ausgebildete Wundschwestern. Es finden regelmäßige – bei Bedarf tägliche – Wundvisiten statt.
Stomaschulungöffnen/schließen
Unsere Stomaschwester informiert die Patienten über das Stoma und schult die Patienten vor allen Dingen in der fachgerechten Versorgung und im Wechsel des Stoma. Gemeinsam mit dem Patienten wird zudem versucht, das für ihn beste Stomamaterial herauszufinden, um den Umgang möglichst einfach und individuell handhabbar zu machen. Die Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe Deutsche ILCO und der regelmäßige Erfahrungsaustausch zwischen Patient und Betroffenen wird intensiv unterstützt.

